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...alles über Kindernotfälle von und mit Janko von Ribbeck

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Unfälle und Verletzungen bei Kindern

Der Schreckmoment des Unfalls
Stellen Sie sich vor, beim Spielen ihres Kindes passiert ein Unfall. Die Bilder, was alles geschehen kann haben Sie sicher vor ihrem inneren Auge parat. Tauchen Bilder auf, kennen Sie wahrscheinlich auch die Gefühle die bei Ihnen persönlich mit einem Unfall des eigenen oder eines fremden Kindes entstehen. Viele Eltern berichten von Gefühlen wie Schreck, Panik oder Hilflosigkeit, von denen sie in einer plötzlichen Notfallsituation ergriffen werden. Da in den folgenden Minuten von Ihnen klares Handeln gefordert ist, müssen Sie selbst erst einmal in ihre Kraft und Konzentration kommen.
In dieser Situation gibt es einen einfachen und sehr wirkungsvollen Trick. Holen Sie tief Luft und atmen sie gegen den leichten Wiederstand ihrer Lippen wieder ganz tief aus. Sie werden augenblicklich merken wie ihre Gedanken und Handlungen klarer und sicherer werden. Mir selbst hat diese kleine Übung bei vielen Einsätzen im Rettungsdienst geholfen, wenn Unfälle unerwartet schwer waren. Der lähmende Schreckmoment wird viel schneller überwunden. Übrigens kann diese kleine Übung in vielen anderen Bereichen des täglichen Leben angewendet werden. Man kann sich regelrecht daran gewöhnen.unfall Kind

 

 

 

 

 

 

 

 


Untersuchen des verletzen Kindes – der Verletzungs-Check

Prellung oder Bruch?

Stellen Sie bei dem verletzten Kind eine starke Schwellung, starke Schmerzen oder eine Bewegungseinschränkung fest, könnte ein Knochenbruch vorliegen. Eine genaue Diagnose kann aber nur durch die Röntgenaufnahme gestellt werden. Nur wenn Sie wirklich eine "Ecke zu viel" erkennen, können Sie eines Knochenbruchs sicher sein.
Können Sie einen Bruch sicher erkennen, oder vermuten Sie Verletzung des Knochens, sollte jede Bewegung vermieden werden. Erstens ist eine sturzBewegung des gebrochenen Knochens unter Umständen sehr schmerzhaft, zweitens können an den Bruchenden Nervenfasern oder Blutgefäße verletzt werden. Versuchen Sie das verletze Körperteil bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu stabilisieren, dabei müssen Sie unter Umständen erfinderisch sein und Gegenstände finden, die zur Ruhigstellung geeignet sind.


Schienung und Transport nur durch den Rettungsdienst
Früher wurden in der Ersten Hilfe Maßnahmen zur Schienung gelehrt. Mit Stöcken und Tüchern wurden mehr schlecht als recht Konstruktionen angefertigt um Gliedmassen einigermaßen zu stabilisieren.
Heutzutage steht uns hierfür ein ausgezeichnet ausgerüsteter Rettungsdienst zu Verfügung. Mit aufblasbaren Schienen können Arme und Beine ruhiggestellt werden. Für Unfallopfer gibt es mit Styroporkügelchen gefüllte Spezialmatratzen. Nach dem Prinzip eingeschweißter Erdnüsse (deswegen auch der Spitzname "Erdnussbett") wird, nachdem der Verletzte in die Matratze eingebettet wird, die Luft abgesaugt und die Matratze wird hart, wie ein Gipsbett. Für den Verletzten ist das sehr bequem und ein Transport mit einer speziellen Luftfederung im Rettungswagen ist sehr viel schonender als ein improvisierter Transport mit dem Taxi oder eigenen Auto.



Knochenbrüche bei Kindern
Kinderknochen sind noch sehr elastisch und brechen daher weniger leicht als die Knochen von Erwachsenen, die viel starrer und härter sind. Typisch für Knochenbrüche bei Kindern ist der sogenannte Grünholzbruch. Dessen Entstehung kann man sich anhand eines Vergleichs mit dem Brechen eines dicken Astes (Knochen eines Erwachsenen) und eines dünnen, grünen Zweiges (Kinderknochen) verdeutlichen. Der Ast bricht bei großen Kräften vollständig durch, während man einen grünen Zweig sehr stark biegen kann, bis er an einer Stelle reißt, während die andere Seite unversehrt bleibt. Letzteres geschieht bei Kinderknochen. Der Grünholzbruch ist also kein vollständiger Bruch; der Knochenverband bleibt auf einer Seite erhalten.
Brüche bei kleinen Kindern heilen schnell und meist ohne sichtbare Bruchlinie. Brechen bei Kindern Knochen im Bereich der Wachstumsfugen, dort wo der Knochen in der Länge wächst ist häufig eine Operation notwendig. Der Knochen muss exakt zusammenwachsen und durch Schrauben oder Platten fixiert werden. Sonst kann es sein, dass der Knochen nicht mehr ausreichend in der Länge wächst und kürzer bleibt.



Knochenbrüche, die leicht übersehen werden
Ein paar Verletzungen möchte ich hervorheben, die gerne übersehen werden und das Kind unterUmständen erst Tage später zum Arzt oder ins Krankenhaus gebracht wird.
Brüche des Handgelenks oder Unterarms
Diese Knochenbrüche kommen deshalb häufig vor, weil sich Kinder, die stürzen mit den Händen undArmen abstützen.

Schlüsselbeinbruch
Ebenfall durch Abstützen kann das Schlüsselbein brechen. Die Schmerzen sind manchmal gering, so dass der Bruch leicht übersehen wird.



Prellung, Verstauchung, Verrenkung & Co
Quetschung
Kleine Kinder quetschen sich häufig die Finger ein. Sie müssen erst lernen wie gefährlich Schubladen und Türen sind, wenn man die Finger dazwischen bekommt. Quetschungen sollten Sie wie andere Verletzungen als erstes Kühlen, damit sich die Schwellung nicht so stark entwickelt.

Prellungen
Prellungen an Knochen, Gelenken und Muskel entstehen meist durch dumpfe Gewalteinwirkung. An Muskeln entstehen blaue Flecke. Ein Prellung der Rippen ist schmerzhafter als ein Rippenbruch.

Muskelzerrung
Bei einer Zerrung wird der Muskel überdehnt, eventuell reißen auch einige Fasern. Schonung und das
Einreiben mit Arnikasalbe fördert die Heilung.


Zerrung eines Gelenks
Zu Zerrungen kommt es, durch eine plötzliche Gewalteinwirkung auf das Gelenk, indem das Gelenk überdehnt wird. Die Bänder des Gelenks können gedehnt werden, einreißen oder ganz abreißen. Dies muss durch eine ärztliche Untersuchung geklärt werden. Zur Erstversorgung sollte das Gelenk hochgelagert und gekühlt werden. Die häufigste Zerrung ist das "umknicken" des Sprunggelenks.

Verrenkung (Luxation)
Verrenkungen entstehen, wenn ein Knochen aus dem Gelenk gesprungen ist. Dabei können die Bänder der Gelenkkapsel teilweise oder völlig zerreißen. Der Bereich des verletzen Gelenks ist deutlich deformiert. Die Schmerzen sind heftig, sie können stärker als bei einem Bruch sein. Allerdings darf das  Gelenk nur vom Arzt wieder eingerenkt werden. Anschließend sollte durch eine Röntgenkontrolle die richtige Lage des Gelenks überprüft werden.
Als Erste-Hilfe-Maßnahme sollte das Körperteil ruhiggestellt und bequem gelagert werden.


Verstauchung
Bei der Verstauchung werden die beiden Gelenkflächen in einem Gelenk gegeneinander gepresst oder gegeneinander verschoben. Dabei entsteht im Gelenk selbst eine Schwellung, die die Beweglichkeit des Gelenks beeinträchtig und Schmerzen verursacht.

Allgemeine Maßnahmen bei Verletzungen


Kühlung
Bei allen Verletzungen wirkt sich sofortiges Kühlen günstig auf die Schwellung aus. Nasse Tücher (oder eine Packung eingefrorener und in ein Handtuch gewickelter Spinat) erbringen die notwendige Kühlung. Haben Sie im Gefrierfach noch Platz für eine Gel-Kühlkompresse, sollten Sie immer eine auf Vorrat gaben. Sie bleibt auch im gefrorenen Zustand geschmeidig und kann auch bei Verbrennungen und Insektensitchen verwendet werden. Aufpassen sollten Sie mit Eisspray. Zu viel davon kann die Haut im Sinne einer Erfrierung schädigen.

Hochlagerung
Ebenso wie die Kühlung verhindert auch die Hochlagerung, dass zuviel Blut ins verletzte Bewebe austritt. Natürlich darf kein Knochenbruch vorliegen. Hier ist Ruhigstellung entscheidend.

Arnikasalbe
Eines der ältesten und bewährtesten Heilmittel bei Verletzungen ist die Arnika. Der deutsche Name dieser unter Naturschutz stehenden Pflanze ist "Bergwohlverleih". Damit ist die wohltuende, heilende Wirkung bei Verletzungen gemeint. Gerade Verstauchungen der Sprunggelenke kommen in den Bergen eben öfter vor, als im flachen Land. Bei Kühen in den Bergen, kann man beobachten, dass sie instinktiv Arnikablüten fressen, wenn sie sich verletzt haben.
Arnika kann in Form von Arnikasalbe auf geprellte, verstauchte Körperstellen eingerieben werden. Die Haut muss allerdings intakt sein. Sie darf nicht verletzt sein, da Arnika die Heilung von offenen Wunden in Form von Entzündungen (Wundrose) verkomplizieren kann. Innerlich wird Arnika in homöopathischer Form eingenommen. Bei normalen Verletzungen ist es ausreichend 1Gabe der C30 (3-5 Kügelchen) auf die Zunge zu geben.

 


 

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