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Kopfverletzungen - Gehirnerschütterung Meist bleibt es bei Unfällen mit Kleinkindern oder Kindern im Haushalt bei einer harmlosen Gehirnerschütterung. Die Gehirnerschütterung bedeutet keine Strukturveränderung am Gehirn. Es kann apparate-diagnostisch also nichts festgestellt werden. Allerdings weis man nie, ob ein Unfall bei einer Gehirnerschütterung bleibt oder ob Komplikationen auftreten.
Eine starke Gewalteinwirkung auf den Kopf kann zu Komplikationen in Form von inneren Hirnblutungen führen. Das Gehirn ist ein gut durchblutetes, empfindliches Organ. Auch kleine Blutungen und Schwellungen im Bereich des Gehirns sind deshalb so gefährlich, weil das Gehirn von den Schädelknochen umgeben ist. So besteht keine Ausdehnungsmöglichkeit für eine Schwellung und das Gehirn wird zusammengedrückt. Steigt der Druck im Schädelinneren kann dies durch Druck auf das Atemzentrum zu Bewusstlosigkeit und Atemstillstand führen. Hirnblutungen sind von außen nicht sichtbar. Selbst im Krankenhaus kann durch eine normale Röntgenaufnahme nur Knochen aber kein Gewebe sichtbar gemacht werden. Hirnblutungen treten typischerweise auch erst einige Zeit nach dem Unfall auf. Es können mehrere Stunden vergehen bis sich eine Hirnblutung zeigt. Einzige Möglichkeit bei einem Verdacht auf eine Blutung ist das konsequente Überwachen des Kindes. In der Praxis bedeutet dies, dass das Kind (oder der Erwachsene) einen Tag, oder zumindest über nacht im Krankenhaus bleibt und beobachtet wird.
Die Pupillenreaktion Wer mit einem Kind oder selbst schon einmal wegen einer Kopfverletzung ärztlich behandelt wurde, kennt die Untersuchung der Pupillenreaktion mittels einer kleinen Lampe. Ärzte oder Rettungsdienstpersonal untersuchen dabei auf beiden Seiten die Reaktion der Pupillen auf Lichteinfall. Durch Licht zieht sich die Pupille bekanntlich zusammen. Drogen oder Alkoholgenuss verlangsamen zum Beispiel diese Reaktion. Bei Kopfverletzungen sieht aber medizinisches Personal in der Regel nie eine Veränderung der Pupillenreaktion, die ursachlich mit der Kopfverletzung zusammenhängt. Die Ausnahme bildet nur der bewusstlose oder Komapatient. Hier zeigen sich abnormale Pupillenreaktionen. Die Erklärung ist einfach. Steigt der Hirndruck an, drückt das Gehirn auf den Nerven (Nervus opticus) der die Pupille innerviert (versorgt). Druck reizt und führt zu einer Kontraktion (Zusammenziehen) der Pupille. Dieser Mechanismus ist meisten nur einseitig zu beobachten, da das Gehirn aus zwei Hälften besteht. Steigt der Hirndruck weiter an, nimmt der Druck auf den Nerven zu, bis dieser abgeklemmt wird. Dadurch wird die Pupille weit und reaktionslos, ein übrigens sehr schlechtes Zeichen. Fazit: in der Intensivmedizin ist die Pupillenreaktion ein Maß für die stärke des Hirndrucks bei bewusstlosen Patienten. So lange der Patient aber bei Bewusstsein ist, sieht man in der Regel keine Veränderungen und die Untersuchung macht wenig Sinn. Gut und gleichzeitig reagierende Pupillen sind also kein Zeichen zur Entwarnung, leider.
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