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Der Umgang mit Fieber ist ein Thema über das man fast endlos diskutieren kann. In meinen Kursen beschränke ich mich aus Zeitgründen auf den Notfall des Fieberkrampfes
Seit 2025 gibt es neue Eltern-Fieberleitlinien (auf Basis der S3-Leitlinie: Fiebermanagement bei Kindern und Jugendlichen, 2024).
Die neuen Fieberleitlinien empfehlen einen achtsamen und entspannteren Umgang mit Fieber bei Kindern und es lohnt sich hier mal hineinzulesen. Und ja.... der Text ist etwas lang, dafür aber weder von noch für KI geschrieben ;)

Ich habe meinen 4 Kindern Fieber nie mit Medikamenten gesenkt, da ich grundsätzlich davon ausgehe, dass der Körper seine Körpertemperatur im Krankheitsfall selbst und intelligent regeln kann. Auch Wadenwickel sind nur in der richtigen Fieberphase hilfreich. Mehr dazu in den Fieberphasen weiter unten. Ich sehe Fieber sogar als älteste Abwehrreaktion des Menschen an. Nebenbei bemerkt kostet es den Körper viel Energie, die Körpertemperatur zu erhöhen. Früher wurde Fieber aufgrund der Temperaturhöhe gesenkt. Das habe ich immer kritisiert. Die neuen Leitlinien gehen anders vor.
Warum schreibe ich das überhaupt? Durch die Leitlinie soll der Einsatz von Fiebersenkern und Antibiotika reduziert werden. Eltern sollten aber auch bestärkt werden, Fieber als heilsam und notwendig zu erkennen.
In der Vergangenheit hat man schnell zum sogenannten Fiebersaft gegriffen. Zumindest wurde dies Eltern empfohlen. Damit ist dann Paracetamol oder Ibuprofen gemeint. Der Begriff Schmerzsaft wäre nach der neuen Sichtweise aber viel besser. Medikamente sollen die Beschwerden und nicht das Fieber behandeln.
den Begriff der erhöhten Temperatur gibt es nach den neuen Leitlinien nicht mehr. Ab 38 Grad gilt Fieber.
diesen Satz hört man sehr oft. Nein, Fieber muss nicht automatisch gesenkt werden.
Auch diese Frage taucht regelmäßig auf. Bei einer viralen Infektion kann Fieber hoch ansteigen, aber nicht so hoch, dass die Temperatur an sich den Körper schädigt. Der Körper zerstört sich nicht selbst. Es gibt hier Ausnahmen. Hierzu würden dann tropische Krankheiten wie Malaria zählen oder spezielle Ausnahmesituationen, bei denen die Temperaturregelung im Hypothalamus im Gehirn (Drogen, Schädel-Hirn-Trauma) gestört ist.
Außerdem beziehen Leitlinien sich auf Kinder und nicht ältere geschwächte Menschen, das darf man nicht vergessen. Kinder halten auch hohe Temperaturen aufgrund ihres robusten Herz-Kreislaufsystems gut aus.
Tritt ganz plötzlich erhöhte Temperatur auf, könnte es sich um das Drei-Tage-Fieber handeln. Dies kommt bei Säuglingen und Kleinkindern sehr häufig vor und dauert in der Regel drei, manchmal 4 Tage. Bei der Entfieberung entsteht ein blassroter, nicht juckender Hautausschlag am Rumpf, der nach ein paar Tagen wieder zurückgeht
Ausgelöst wird das Drei-Tage-Fieber durch eine Tröpfcheninfektion mit Herpesviren („Humanes Herpesvirus“ oder HSV-Typ-6 genannt). Das Drei-Tage-Fieber verläuft aber in der Regel harmlos und bleibt häufig unbemerkt. Wer es einmal hatte, ist lebenslang immun dagegen. Infizieren sich Erwachsene mit dem Virus, entwickeln sie grippeähnliche Symptome wie Schnupfen und Halsweh.
Stichpunktartig die Beschreibung der Hautausschläge anderer Kinderkrankheiten:
Masern (grosse ineinander übergehende Hautflecken, starkes Krankheitsgefühl)
Röteln (mittelgrosse Flecken, mässiges Krankheitsgefühl)
Windpocken („Sternenhimmel“-Phänomen, d. h. grosse und kleine Pusteln – auch an der behaarten Kopfhaut und auf den Schleimhäuten, mässig erhöhte Temperatur)
Scharlach (kleinfleckig, kleieförmig-schuppend, starkes Krankheitsgefühl, hohe Temperatur)
• Fieber wird erstmals ausdrücklich als physiologische und meist hilfreiche Abwehrreaktion gewertet, nicht als grundsätzlich behandlungsbedürftiges Symptom. Die Temperatur sollte nicht automatisch gesenkt werden – entscheidend ist der Allgemeinzustand des Kindes, nicht allein der Messwert.
• Neu ist der Hinweis für Eltern: Kinder sollen generell nicht abgedeckt werden oder gekühlt werden.
• Die Temperaturhöhe ist kein alleiniger Auslöser für eine Behandlung – entscheidend sind Allgemeinzustand und erkennbare Warnzeichen wie Bewusstseinsstörungen, atypisches Schreien, Hauteinblutungen oder Austrocknung.
• Im Unterschied zu früheren Empfehlungen wird Fiebersenkung nur noch bei deutlich beeinträchtigten Kindern angeraten, nicht automatisch bei bestimmten Temperaturwerten.
Einsatz von Medikamenten
• Fiebersenkende Medikamente (wie Paracetamol oder Ibuprofen) sind nur bei Beschwerden wie Schmerzen, Unwohlsein oder deutlicher Beeinträchtigung indiziert
• Der Einsatz von Paracetamol oder Ibuprofen ist nur bei Beschwerden, in alters- und gewichtsangepasster Dosierung und für einen begrenzten Zeitraum erlaubt.
• Paracetamol oder Ibuprofen sind nicht geeignet, Fieberkrämpfe vorzubeugen. Fieberkrämpfe gelten als im medizinischen Sinne harmlos.
Fieber nach einer Impfung ist eine normale Reaktion des Immunsystems. Fiebersenkende Medikamente müssen nicht eingesetzt werden. (Ausnahme ggf. bei der Meningokokken Impfung. Dies wird von der STIKO angeraten)
Fiebersenkende Medikamente sollten nur bei Schmerzen oder Unwohlsein nach einer Impfung gegeben werden.
Warnzeichen wie Bewusstseinsstörungen, Berührungsempfindlichkeit, starke Schmerzen, schrilles Schreien, Hauteinblutungen, Austrocknung, Atemnot, oder Fieberdauer über drei Tage erfordern eine ärztliche Abklärung.
Achtung bei Babys unter 3 Monaten
Bei Säuglingen unter drei Monaten ist eine sofortige und zeitnahe Untersuchung bereits bei Fieber ab 38 °C (rektal) notwendig, besonders wenn das Fieber länger als einen Tag anhält.

Die empfohlene Messmethode ist bei Säuglingen rektal, bei älteren Kindern auch im Ohr, bei Jugendlichen eventuell oral (aber fehleranfälliger).
Umgang im Alltag und Erholung
Kinder sollten nach Fieber mindestens einen vollen Tag fieberfrei und wieder belastbar sein, bevor sie in Kita oder Schule zurückkehren. Auch ist Fieber am Morgen oft niedrig steigt zur Nacht hin aber an. Ich erinnere an den Pseudokrupp, der mitten in der Nacht auftritt, da hier die körpereigene Kortisol-Produktion auf dem Minimum ist und am Morgen wieder Kortisol maximal produziert wird.
Weniger Antibiotika
Antibiotika werden zurückhaltend verschrieben, da Fieber meist viral bedingt ist. Antibiotika könnend dem Kind und der Umwelt schaden.
Fieberanstieg: Fieber beginnt mit Frösteln bis hin zu Schüttelfrost
Die Wärme wird im Inneren des Körpers konzentriert. Das Kind kann frieren: besonders die Hände und Füße können kühl sein. Sinn des Schüttelfrosts: Die Muskelzuckungen erzeugen die notwendige Wärme. Eine Wärmflasche (nicht zu heiß) kann unterstützend sein.
Fieberplateau
Hat die Temperatur sich eingestellt, fühlen sich Hände und Füße warm an, da die Wärme sich im gesamten Körper verteilt. Warme Füße sind die Voraussetzung für Wadenwickel. Wadenwickel werden mit lauwarmem Wasser gemacht (Link dazu https://www.feverapp.de/videos/#c760) Wadenwickel sollen aber nicht primär die Temperatur senken, sondern das Wohlgefühl verbessern.
Fieberabfall
In dieser Phase entspannt sich das Kind meist und schläft ein. Auch kann jetzt Schwitzen dazu kommen. Oft reicht es, das Kind leicht abzudecken.
Viel trinken ist eine der wichtigsten Maßnahmen, wenn Kinder krank sind, erkältet sind oder Husten haben! Manchmal ist es nicht so einfach Kinder zum Trinken zu animieren. Fantasie ist gefragt. Sorgen Sie daher dafür, dass Ihr Kind alle 30 Minuten etwas trinkt, damit der Körper nicht austrocknet.
Die Eltern-Leitlinien für Eltern sind kürzer als die Leitlinien für Fachpersonal hier der Link zum PDF
Kranksein mit und ohne Fieber kann eine ganz besondere Zeit sein, in der Kinder erleben dürfen, dass sie volle Aufmerksamkeit bekommen. Ich selbst habe als Kind erlebt, das Hausmittel Priorität hatten. Bei meinen Kindern habe ich das natürlich ähnlich gemacht. Ganz wichtig: Schlaf und viel Flüssigkeit.
Fieber habe ich nie gesenkt, weder mit Medikamenten noch durch Abkühlung.
Meine älteste Tochter hat immer sehr hoch gefiebert, gerne über 40,5 Grad dafür war sie nach meist 2 Tagen wieder fit. Der jüngere Bruder hat nie dieses hohe Fieber gehabt war dafür doppelt so lange krank. Für mich bedeutet dies, dass es Zeichen eines reaktionsfreudigen Immunsystems ist, schnell und hoch Fieber zu erzeugen.
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